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Hilfe bei chronischen Schmerzen

Multimodale Schmerztherapie im MediClin Krankenhaus am Crivitzer See – Fragen und Antworten
Ein Teil des multimodalen Schmerztherapieteams (v.?l.): Ulrike Wunderow (Pain Nurse), Katharina Münch (Sozialarbeiterin), Christin Gebheim (Ergotherapeutin), Annett Elbing (Physiotherapeutin), Christian Schaal (Oberarzt in der Klinik für Orthopädie und Chirurgie), Simone Wiering (Leiterin der Physiotherapie), Carola Schulze (stellvertretende Stationsleitung der Klinik für Orthopädie), DM Angela Müns (Oberärztin der Klinik für Anästhesiologie, Schmerztherapeutin), Franziska Schubert (Sekretärin) Foto: Jenny Beckert
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Was verbirgt sich hinter der multimodalen Schmerztherapie im interdisziplinären Komplexbehandlungszentrum in Crivitz?
Die multimodale Schmerztherapie bietet einen individuellen und ganzheitlichen Ansatz, der nicht nur die körperlichen Beschwerden, sondern auch die Psyche und das Umfeld des Patienten einbezieht. Wie bei einem Baukastenprinzip fließt die Expertise unterschiedlicher Berufsgruppen in das Therapiekonzept ein.

An welche Patienten richtet sich das Angebot zur multimodalen Schmerztherapie im MediClin Krankenhaus am Crivitzer See?
Die stationäre multimodale Schmerztherapie in Crivitz richtet sich an Patienten, denen mit einer ambulanten Schmerztherapie nicht langfristig geholfen werden kann. Es müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, nämlich dass der Patient an chronischen Schmerzen oder chronischen Schmerzen, die plötzlich wieder akut geworden sind, leidet und die ambulant nicht therapierbar waren, das heißt vorherige Schmerz­therapien sind fehlgeschlagen.
Des Weiteren muss eine manifeste oder drohende Beeinträchtigung der Lebensqualität gegeben sein, oder aber es liegen Schmerzmittelfehlbrauch, gravierende körperliche Begleiterkrankungen oder schmerzunterhaltende psychische Begleiterkrankungen vor. Die Patienten sollten in einem belastbaren Zustand mit guter Compliance sein und eine innere Bereitschaft, ihren Beitrag zum Therapieerfolg leisten zu wollen, mitbringen.

Wie kommen Betroffene zur multimodalen Schmerztherapie?
Die Patienten können sich nicht selber einweisen oder einen Termin vereinbaren. Ob eine Indikation zur stationären multimodalen Schmerztherapie besteht und alle Voraussetzungen dafür erfüllt sind, entscheidet ausschließlich der behandelnde Haus- oder Facharzt. Die jeweilige Arztpraxis setzt sich dann mit dem Krankenhaus in Verbindung.

Wie sieht der Ablauf einer solchen Therapie aus?
Nachdem ein Termin vereinbart wurde, erhält der Patient Fragebögen der deutschen Schmerzgesellschaft und der ärztlichen Psychotherapeutin des Schmerztherapieteams. Des Weiteren bringt der Patient alle aktuellen Befunde am Tag der Aufnahme mit. Sind vor dem stationären Aufenthalt weitere Diagnostiken von seinen behandelnden Ärzten oder gar operative Eingriffe geplant, dann ist es notwendig, dass diese auch vorab ausgeführt werden.
Zu Beginn des Aufenthalts erhält jeder Patient ein individuelles Konzept zur aktiven Mitarbeit gemeinsam mit dem Schmerzteam. Dieses Team besteht aus Ärzten der jeweils behandelnden Fachrichtung, Schmerztherapeuten, Psychotherapeuten/Psychologen, Physio-­ und Ergotherapeuten sowie Co­Therapeuten, Pflegekräften, einer Pain Nurse, grünen Damen und Sozialarbeitern. In den folgenden rund acht Tagen werden dann die Therapien vorgenommen, und es wird täglich der Zustand des Patienten evaluiert und gegebenenfalls das Therapiekonzept angepasst. Am Ende des Krankenhausaufenthaltes profitiert der Patient zusätzlich von einem umfangreichen Entlassmanagement, zu dem auch die telefonische Rückmeldung an seinen behandelnden und einweisenden Arzt gehört. Oft wird direkt im Anschluss eine ambulante Reha geplant.

Was ist eine Pain Nurse?
Eine Pain Nurse, zu Deutsch  „Schmerzschwester“ ist eine examinierte Krankenschwester mit einer entsprechenden Zusatzqualifikation. Diese kann sie im Rahmen einer Spezialausbildung und einer anschließenden Hospitation in anderen Schmerzkliniken erwerben. Sie muss über anästhesiologische und intensivmedizinische Kenntnisse und Erfahrungen sowie Kenntnisse zur Pharmakologie und Schmerzmitteln inkusive Opiaten verfügen.
Im Team um Oberärztin und Schmerztherapeutin DM Angela Müns im MediClin Krankenhaus am Crivitzer See übernimmt Schwester Ulrike Wunderow diese Funktion und ist als Pflegende die Schnittstelle zum ärztlichen Dienst. Sie hat lange Zeit im Intensiv- und Anästhesiebereich gearbeitet, ist seit 2013 in Crivitz angestellt und nun seit Ende 2017 im Team von Angela Müns als Pain Nurse tätig.

Welche Rolle und Aufgaben übernimmt die Pain Nurse?
Zu den Aufgaben einer Pain Nurse gehören die Assistenz bei der Logistik des multimodalen Behandlungsablaufes von der Aufnahme bis zum Entlassungsmanagement. Sie erklärt den Ablauf und alle wichtigen Prozesse und Dokumente, unter anderem die Schmerz­skala. Sämtliche Terminkoordination und -vergabe mit anderen Fachrichtungen und Berufsgruppen des interdisziplinären Teams gehen über ihren Tisch.
Als Schnittstelle zur Ärztin Angela Müns ist sie verantwortlich für die Medikamentenumstellung und nimmt gemeinsame Visiten mit ihr vor. Des Weiteren assistiert sie bei invasiven Tätigkeiten wie dem Legen von Schmerzkathetern oder bei Schmerzinfusionen in die Vene.
Sie selbst wendet nach Anleitung am Patienten medizinische Therapiegeräte, zum Beispiel Infrarot an. Zeitaufwendige Therapien wie die Behandlung mit Blutegeln bei Arthrose oder die Spiegeltherapie führt sie eigenständig aus. Ulrike Wunderow ist quasi die rechte Hand von Angela Müns. Nicht zuletzt ist die Pain Nurse auf Grund des engen Kontaktes während des gesamten Behandlungsaufenthaltes für die Patienten auch seelische Stütze und begleitet diese mit einem offenen Ohr und motivierenden Worten durch die Therapie.