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Blutspenden im Alltag

Den DRK-Blutspendedienst gibt es bereits seit zwanzig Jahren in Mecklenburg-Vorpommern
Was sind die Beweggründe eines regelmäßigen Spenders? Philipp Walber (2.v.r.) und Lucas Konnigk (r.) fragten im Rahmen ihres Schulprojektes Axel Walter aus Hagenow.
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Wie viele Blutkonserven werden pro Tag in Mecklenburg-Vorpommern gebraucht?“
Die Schätzungen der Schüler kommen zögerlich im Besprechungsraum des DRK-Blutspendedienstes in der Wismarschen Straße. Es ist heiß, ein bisschen rauchen die Köpfe auch aus diesem Grund. „So 50 bis 60?“ Eine Antwort, mehr eine Frage eines Projektteilnehmers fällt in die Stille.

Dr. Berit Quaß, Direktorin des Institutes für Transfusionsmedizin, fordert lapidar: „Häng mal noch  eine Null daran!“ Die Ruhe im Raum weicht Ausrufen des Erstaunens. „Was so viel?“

In dem gymnasialen Schulzentrum „Felix Stillfried“ in Stralendorf war Projektwoche. Knapp zehn Schüler hatten sich für das Projekt „Blutspende“ entschieden. „So richtig wussten sie im Vorfeld nicht, was auf sie zukommt“, erklärte Dr. Berit Quaß. Die Sensibilisierung der Jugendlichen für diesen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft stand bei dem Schülerprojekt, das Pilotcharakter haben sollte, im Vordergrund. „Wir müssen schon in der Vorschule anfangen und Kinder an dieses so bedeutende Thema heranführen.“ Es sei sehr wichtig, dass schon die Jüngsten in der Gesellschaft das wertschätzen, was andere Menschen aus altruistischen Gründen tun. Kerstin Witt, Lehrerin für Biologie und Chemie am Gymnasialen Schulzentrum „Felix Stillfried“, ist an dieser Einrichtung als Gesundheitsbeauftragte eingesetzt. Bei einer Veranstaltung im Bildungsministerium erfuhr sie davon. „So ist der Kontakt entstanden, aus dem resultierend wir schnell beschlossen haben, dieses Projekt umzusetzen“, erinnerte sich die Lehrerin.

„Mich hat meine Lehrerin überzeugt und für das Thema interessiert“, erzählte die 15-Jährige Marie-Claire Gläser. Sie gehörte zu den Schülern aus Stralendorf, die das Projektangebot wahrnahmen. Andere ihrer Mitschüler haben bereits in ihrer Familie die Erfahrung gemacht, dass jemand eine Blutspende benötigte. Wer spendet? Was passiert mit den Blutkonserven? Fragen wie diese sollten in dem Projekt beantwortet werden.

Philipp Walber und Lucas Konnigk hat besonders die Frage interessiert, was Menschen dazu bewegt, Blut zu spenden. Erfahren konnten sie das von Axel Walter. Der Hagenower kommt regelmäßig nach Schwerin zum DRK. „Es ist einfach wichtig, weil das Blut gebraucht wird. Es passieren leider tagtäglich schwere Unfälle. Gerade im Sommer kommt es schnell zu einem Notstand bei den Blutbanken. Da möchte ich helfen“, erzählte Axel Walter den beiden Elftklässlern. Außerdem habe er so die Möglichkeit, seine eigenen Werte regelmäßig kontrollieren zu lassen.

Die beiden 17-Jährigen notierten sich die Antworten, um sie am Projektende auszuwerten. „Wenn diese Schultage etwas untermauert haben, dann ist es, mich zu einem künftigen Blutspender zu machen. Ich ziehe das schon länger in Betracht, nach meinem 18. Geburtstag auf diese Art und Weise der Gesellschaft zu helfen“, so Lucas Konnigk.

Einen Menschen, der diese Hilfe brauchte, konnten die Schüler einen Tag später in Stralendorf kennen lernen. Dort bekamen sie Besuch von einem Spender und einem Empfänger, also jemandem, der auf genau diese Hilfe angewiesen war.
Eine Stunde lang löcherten sie diese mit ihren Fragen.

Einen Dienst für die Gesellschaft leisten!

Dass diese Art von Hilfe auch im ganz normalen Arbeitsalltag nicht stört, bewies das DRK im Juni beim Radiosender Antenne MV. Einen Tag lang hat das gesamte Team während des laufenden Sendebetriebes gespendet. „Wir konnten so eindrucksvoll und erfolgreich beweisen, dass es keinen großen Aufwand bedeutet, so einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Und es hat etwas gebracht“, freut sich Dr. Berit Quaß. Kurz darauf meldeten sich sieben neue Firmen, die das DRK dazu einluden, auch in ihrem Unternehmen eine Blutspendenaktion durchzuführen.

„Es zählt bei jedem der Wille, helfen zu wollen“, sagt die Institutsleiterin. Frauen können bis zu vier mal im Jahr spenden, Männer sogar bis zu sechs mal im Jahr, dazwischen muss eine Pause von acht Wochen liegen. Integriert ist ein gleichzeitiger Gesundheitscheck. „Wir führen immer die neuesten Untersuchungen durch, lange bevor sie gesetzlich zur Pflicht erhoben werden“, so Dr. Berit Quaß weiter.  In diesem Jahr wird der DRK-Blutspendedienst zwanzig Jahre alt. Aus diesem Grund gab es am Freitag, dem 1. Juli 2011, im Ludwig-Bölkow-Haus (IHK-Gebäude) die offizielle Feierstunde. 

Kurzinfo:

DRK-Blutspendedienst
Institut für Transfusions-medizin Schwerin
Wismarsche Straße 298
19055 Schwerin
Telefon: (0385) 59 14 50
www.blutspende-mv.de