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Mit der Schule in die Natur

Bundesarbeitstagung der Schullandheime in Schwerin / Sechzehn Einrichtungen in M-V
Auf Entdeckertour können Schüler im Schullandheim, wie hier in Schwerin-Mueß gehen Foto: Landesverband Schullandheime MV
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Die diesjährige Bundesarbeitstagung des Verbandes Deutscher Schullandheime e. V. fand vom 7. bis zum 9. Mai in Schwerin statt. Mitarbeiter der Schullandheime, Referendare und Lehrer diskutierten über die künftig zu vermittelnden Inhalte der Schullandheime.

Unter Schirmherrschaft von Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider lud der Bundesverband zu Vorträgen und Gesprächen in das Schweriner Schloss. Im AWO- Schullandheim Schwerin Mueß konnten die Tagungsteilnehmer anschließend in Workshops und Arbeitsgruppen die unterschiedlichen pädagogischen Angebote der Einrichtungen testen.

Das Klassenzimmer gegen die Natur tauschen - so lässt sich das Prinzip der Schullandheime kurz und einfach erklären. „Wir sehen die Einrichtungen als schulergänzenden Lernort, an dem Schüler mittels Projekten ihre Umwelt bewusst erleben können”, erklärt Verbandsvorsitzender Peter Krössinger. Träger der Schullandheime sind gemeinnützige Vereine. Neben 2.000 hauptamtlichen Mitarbeitern gibt es ebenso viele ehrenamtliche Mitarbeiter die in den bundesweit 300 Schullandheimen arbeiten, davon 16 in Mecklenburg-Vorpommern.

Innovative Ansätze in der Pädagogik gab es bereits bei der Gründung des Reichsbundes der deutschen Schullandheime e. V. 1925. Schon damals stand nicht der zu vermittelnde Lernstoff, sondern der Schüler im Mittelpunkt. Stadtkinder sollten nicht nur aus Schulbüchern über die Natur lernen. Parallelen zur damaligen Bedeutung der Schullandheime sieht Bernd Karsten, Vorsitzender des Landesverbandes der Schullandheime Mecklenburg-Vorpommern auch heute noch: „Vieles wissen Kinder nur aus dem Fernsehen oder Internet.” Im Schullandheim können die Schüler dagegen eigenständig den Geheimnissen von Tieren, Pflanzen oder biologischen und physikalischen Prozessen sowie landschaftlichen und historischen Gegebenheiten auf den Grund gehen.

Die Schwerpunkte liegen auch im musischen Bereich, gemeinsam wird gesungen, getanzt und gebastelt. Dabei werden den Schülern nicht nur Lerninhalte, sondern auch soziale Kompetenzen vermittelt. Karsten sieht dies auch als notwendig an: „Kinderreiche Familien sind immer mehr verpönt. Die meisten Paare wünschen sich heutzutage ein Einzelkind. Doch wie sollen diese Kinder das Miteinander lernen? Im Schullandheim lernen sie nicht nur mit anderen Kindern, sondern erleben den gesamten Tagesablauf zusammen.”