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Neue Regelungen im Steuerrecht

Uta Plischkaner, Rechtsanwältin, Fachanwältin für Steuer- und Insolvenzrecht
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Neue Regelungen im Steuerrecht

Neues Jahressteuergesetz seit Anfang des Jahres in Kraft/ Steuervereinfachungsgesetz ist in Planung

Frau Plischkaner, der Bundestag hat am 28. Oktober 2010 das Jahressteuergesetz 2010 (JStG) verabschiedet. Was kommt auf uns zu?
Mit dem Jahressteuergesetz 2010 treten zum 01.01.2011 eine Reihe von Änderungen in Kraft, welche viele Menschen direkt betreffen werden.

Welche Regelungen sind das im Einzelnen?

Es gibt eine Vielzahl von Änderungen, beispielsweise bei den Kosten für das häusliche Arbeitszimmer. Hier gab es 2007 eine Einschränkung, die Aufwendungen als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abzuziehen. Wer für seine betriebliche oder berufliche Tätigkeit ein häusliches Arbeitszimmer nutzt, kann – auch wenn dieses nicht den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet – die Aufwendungen hierfür bis zur Höhe von 1.250,00 EUR als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abziehen, wenn ihm für diese Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Die Regelung gilt rückwirkend ab dem Veranlagungszeitraum 2007.

Gibt es weitere Änderungen im Bereich der Werbungskosten?
Es gibt beispielsweise auch Änderungen im Rahmen der doppelten Haushaltsführung. Diese wird nun auch dann anerkannt, wenn der Steuerpflichtige seinen Lebensmittelpunkt vom Beschäftigungsort wegverlegt, aber dort, wo er arbeitet, einen Zweitwohnsitz behält. Die Kosten des Zweitwohnsitzes sind dann Werbungskosten. Voraussetzung ist allerdings, dass zu diesem Zeitpunkt weder ein Rückumzug an den Beschäftigungsort geplant ist noch feststeht.

Für 2011 wurden keine Lohnsteuerkarten versandt. Was ist hier zu beachten?
Es ist für das Kalenderjahr 2011 keine Lohnsteuerkarte versandt worden, da die elektronische Lohnsteuerkarte die Lohnsteuerkarte aus Papier bis 2012 ablösen soll. In der Übergangsphase gilt die Lohnsteuerkarte 2010 auch für 2011.

Was ist im Fall von Änderungen auf der Lohnsteuerkarte im Kalenderjahr 2011 zu beachten?
Ab 2011 ist allein das Finanzamt Ansprechpartner für Auskünfte zu gespeicherten Steuerdaten sowie Änderungen. Die Gemeinden stellen somit künftig keine Lohnsteuerkarten mehr aus.

Was gilt für diejenigen, die erstmals in 2011 eine Lohnsteuerkarte benötigen?
Wer erstmals eine Lohnsteuerkarte benötigt, beantragt diese beim zuständigen Finanzamt. Ledige, welche im Kalenderjahr 2011 erstmals ein Ausbildungsverhältnis beginnen, benötigen keine Lohnsteuerkarte. Sie müssen ihrem Arbeitgeber lediglich die Steuer-Identifikationsnummer, das Geburtsdatum und die Konfessionszugehörigkeit mitteilen und schriftlich bestätigen, dass es sich um das erste Dienstverhältnis handelt.

Das Jahressteuergesetz 2010 soll auch Änderungen für eingetragene Lebenspartnerschaften beinhalten. Welche sind das?
Eingetragene Lebenspartner sind im Erbschaft-, Schenkungs- und Grunderwerbsteuerrecht nunmehr vollständig gleichgestellt. Damit gilt für Lebenspartner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft in der Erbschaftssteuer dieselbe Steuerklasse wie bei Ehegatten.

Was erwartet uns mit dem Steuervereinfachungsgesetz?
Das Steuervereinfachungsgesetz wird 2011 verabschiedet und spätestens zum 01.01.2012 in Kraft treten. Was möglich ist, soll aber auch schon rückwirkend zum 01.01.2011 rechtswirksam werden. Zu den wichtigsten Beschlüssen gehört u. a. die Anhebung des Arbeitnehmer-Pauschbetrags von derzeit 920,00 EUR auf 1.000,00 EUR. Vereinfachungen soll es bei der Einkommensüberprüfung für volljährige Kinder und die damit verbundene Gewährung von Kindergeld bzw. von Kinderfreibeträgen geben. Außerdem sollen nichtunternehmerisch tätige Bürger künftig ihre Einkommensteuererklärungen – unter weiteren Voraussetzungen – wahlweise nur noch alle zwei Jahre abgeben können. Es bleibt zwar grundsätzlich bei der jährlichen Abgabe der Steuererklärungen, nur die Frist für die Abgabe wird sich auf Antrag um ein Jahr verlängern. Insgesamt bleibt somit festzuhalten, dass viel Bewegung im Steuerrecht ist, trotz Steuervereinfachungsbemühungen ist es ratsam, sich bei Unklarheiten steuerlich beraten zu lassen.    

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