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Mut zum Auffallen

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Mut zum Auffallen

Wismarer Studenten zeigen, wie kleinere Firmen neue Märkte erschließen können

Studenten der Fakultäten für Wirtschaftswissenschaften und Gestaltung der Hochschule Wismar haben heute zum ersten Mal ihre Abschlussentwürfe für einen professionellen Messeauftritt im Wirtschaftsministerium präsentiert. Acht Teams aus angehenden Betriebswirten, Designern und Innenarchitekten haben die Lage in kleineren mittelständischen Firmen analysiert und maßgeschneiderte Ausstellungskonzepte entwickelt. „Einige der Firmen waren noch nie auf einer Messe“, sagte Wirtschaftsminister Seidel. „Der Bedarf in diesem Bereich der gezielten Außenwerbung ist enorm.“ Deshalb unterstütze das Wirtschaftsministerium seit drei Jahren das einzigartige Praxisprojekt der Hochschule Wismar aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF). „Gerade kleine und mittlere Unternehmen wagen oft nicht den Schritt über die Landesgrenzen hinaus. Aber gleichzeitig bietet das nationale und internationale Geschäft auch die Chance, neue Kunden zu gewinnen und den Umsatz zu steigern. Unser Ziel ist es, eine noch stärkere Beteiligung von Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern auf in- und ausländischen Messen zu erreichen.“ Die Exportquote liegt in Mecklenburg-Vorpommern bei 27 Prozent (Deutschland: 46 Prozent/Neue Länder und Berlin: 34 Prozent). Das Hochschulprojekt geht auf eine Studie der Hochschule Wismar zum „Messeverhalten von Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern“ aus dem Jahr 2008 zurück. Diese Studie hatte aufgezeigt, dass kleine und mittelständische Firmen durchaus das Potenzial besitzen, ihren Umsatz außerhalb des Landes zu steigern. Allerdings fehlt ihnen oftmals eine Strategie für wichtige Fachmessen. Die Wismarer Studenten sind in Zusammenarbeit mit den Industrie- und Handwerkskammern in die Betriebe gegangen und haben das bisherige Messeverhalten sowie die aktuelle Bedarfssituation untersucht. Das betraf in der Regel kleinere Firmen mit etwa zehn bis 30 Mitarbeitern. Anschließend wurde das gewünschte Wachstumspotenzial definiert und geeignete Fachmessen herausgefiltert, Aufwand und Nutzen gegenübergestellt. So wurde beispielsweise der Elektrotechnik we3 witte GmbH aus Bentwisch bei Rostock ein Auftritt auf der HANNOVER Messe im April empfohlen. Ein komplettes Begleitkonzept mit einem individuellen Präsentationsstand (siehe Foto) beschreibt Wege, in welcher Form mögliche Interessenten und Kunden angesprochen werden können. Dazu haben sich die Studenten auch intensiv mit der Messepsychologie und den Spielregeln auf Fachausstellungen beschäftigt, selbst zahlreiche Messen besucht und Erfolg versprechende Methoden getestet. Konkret auf die Bedürfnisse der Unternehmen zugeschnitten wurden auf diesem Weg auch Messekonzepte für eine Tischlerei, eine Fußbodenfirma, einen Schaumglasproduzenten, einen Musikinstrumentenhersteller und drei Metall-Unternehmen erarbeitet. In Kurzpräsentationen stellten die Studentengruppen Vertretern der Wirtschaft, Politik und Hochschulen ihre Handlungsempfehlungen vor, die nun von den Firmen umgesetzt werden können. „Das Projekt ist klar strukturiert, aber in der Praxis und im Wettbewerb sind viel Kreativität und Innovationskraft bei der Verwirklichung erforderlich“, betonte der Projektleiter, der Wismarer Hochschulprofessor Christian Feuerhake. „Der Analyse der betrieblichen Voraussetzungen und der Messelandschaft müssen eine ebenso klare Zielstellung und eine Budgetplanung folgen. Die Unternehmen sollten Mut zum Auffallen zeigen, verbunden mit einer zielgenauen und professionellen Ansprache. Eine konsequente Nachbereitung der Kontakte und Manöverkritik verstehen sich von selbst“, so Feuerhake. „Studierende und Unternehmer profitieren von diesem Projekt gleichermaßen.“ Die Marmara Universität in Istanbul hat das Praxisprojekt der Hochschule Wismar übernommen, weitere Hochschulen in Österreich und Frankreich wollen nachziehen. Der Ausstellungs- und Messeausschuss der deutschen Wirtschaft e.V. (AUMA e.V.) Berlin hat diese Maßnahme mit großem Interesse verfolgt und als deutschlandweit wegweisendes Modellprojekt finanziell unterstützt. Ziel ist es, dieses Modellprojekt auch auf andere Hochschulen und Universitäten zu übertragen, da Messeträgheit und Barriereängste durchaus ein bundesweites Phänomen darstellen. Wirtschaftsminister Jürgen Seidel appellierte an die Unternehmen des Landes, derartige Projekte für die Zukunftssicherung zu nutzen. „Die Pflege der Stammkunden, die Gewinnung von neuen Kunden und die Marktforschung auf Fachmessen sind dafür elementare Grundlagen.“ Das Wirtschaftsministerium fördert deshalb die Teilnahme von Unternehmen an Messen und Ausstellungen mit bis zu 50 Prozent der Ausgaben für die Standmiete, unterstützt Firmengemeinschaftsstände auf Messen für Schwerpunktbranchen mit bis zu 10.000 Euro und finanziert ebenfalls bis zu 50 Prozent die Beratung von kleinen und mittleren Unternehmen im Land bei der Einführung von Produkten und Dienstleistungen auf überregionalen und ausländischen Märkten. „Durch das Förderprogramm gab es im Jahr 2010 viele neue Aussteller vor allem auf Handwerksmessen, beispielsweise in Mailand und Leipzig“, so Seidel abschließend.
Die wichtigsten Informationen - wie die Porträts der Außenwirtschaftsakteure sowie die Förderprogramme - sind in der Broschüre des Wirtschaftsministeriums „Gemeinsam neue Märkte öffnen“ enthalten. Download oder Bestellung unter www.wm.mv-regierung.de