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Leo sagt ...

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Bedürfnisse

Zu DDR-Zeiten ging es ja auch in Schwerin jederzeit und überall um die immer bessere „Befriedigung der Bedürfnisse unserer Menschen.” So habe ich das jedenfalls auf den vielen Demonstrationen und Kundgebungen seinerzeit gehört. Nun wird auch wieder daran gearbeitet. Der dabei erzielte Erfolg ist unterschiedlich. Man kann sich und seine Bedürfnisse mittlerweile auf fast allen Gebieten befriedigen: Das Bedürfnis nach Joghurt und Bananen in den Supermärkten. Das Bedürfnis nach der Freiheit, mit 200 Sachen im neuen Auto über die Piste  zu brettern. Aber auch das Bedürfnis, einmal im Erotikshop um die Ecke hineinzuschauen.

Leo sagt ...

Ob das „Bedürfnis” nach Arbeitslosigkeit in dem Maße, wie sie jetzt Realität ist, so groß ist, wage ich zu bezweifeln. „Befriedigt” wurde es jedoch überreichlich. Doch eigentlich geht es mir heute um das menschlichste aller Bedürfnisse. „Wo, um Gottes Willen”, rief neulich eine Urlauberin unweit meines Sitzplatzes auf der Museumstreppe mit verkniffenem Gesicht in die Runde, „ist hier eine öffentliche Toilette?” Tja, da ist in der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns guter Rat teuer, lieber Besucher. Es gab zwar immer wieder ein paar Anläufe, hier und dort ein öffentliches Klo zu betreiben, aber irgendwie klappte das wohl nicht. Den Verantwortlichen, die das stille Örtchen von Rechts wegen genehmigen - oder eben auch nicht - wünsche ich, dass sie auf Urlaubsreisen immer rechtzeitig am rechten Ort sind. Und dabei - ich gönne ja keinem etwas schlechtes - nicht lange zu suchen brauchen.