Wirtschaft

"Es werden mehr Touristen da sein"

Interview mit Matthias Theiner in der Reihe "Köpfe aus Schwerin"
Matthias Theiner, 59 Jahre Vorsitzender des DEHOGA-Regionalverbands Schwerin
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Viele werden ihren Sommerurlaub dieses Jahr im eigenen Land verbringen. Erwarten Sie dadurch einen höheren Ansturm an Touristen für die Schweriner Hoteliers und Gastronomen als in den vergangenen Jahren?
Einerseits würden wir uns sehr darüber freuen, und es werden sicher auch mehr Touristen da sein. Andererseits werden uns unter der Maßgabe der coronabedingten Einschränkungen trotzdem Gäste fehlen. Wir müssen ja Abstandsregelungen einhalten und Kapazitäten beschränken.

Was sollten sich Schwerinbesucher außer dem Schloss unbedingt ansehen? Haben Sie einen Geheimtipp?
Denjenigen, die das erste Mal in Schwerin sind, empfehle ich immer einen geführten Stadtrundgang, der um 11 Uhr am Markt beginnt. Auf jeden Fall anschauen sollte man sich den Dom. Wer ein wenig durch die Altstadt schlendert, kann ohnehin eine Menge entdecken. Radfahrern lege ich ans Herz, eine Tour zum Schloss Wiligrad zu unternehmen. Und apropos Schloss: Das Schweriner Schloss ist auch von der Seeseite schön. Vielleicht ist das ein kleiner Geheimtipp.

Seit wann sind Sie Vorsitzender des Regio­nalverbandes des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA, und was sind dort Ihre Hauptaufgaben?
Seit etwa vier Jahren bin ich jetzt Vorsitzender dieses Arbeitgeberverbandes. Wir vertreten hier die Interessen der Hoteliers und Gastronomen und damit auch die der Mitarbeiter gegenüber Stadtverwaltung und Politik. Die sehen viele Dinge naturgemäß nur aus ihrem Blickwinkel und nicht aus unserem. Gemeinsam kommen wir dann zu Lösungen.
Außerdem stellen wir zum Beispiel Verbindungen zur IHK und zur Stadtmarketing her. Als Vorstandsvorsitzender bin ich in diesen Angelegenheiten auch das Bindeglied zwischen unseren Mitgliedern auf der einen Seite und Landes- sowie Bundesverband der DEHOGA auf der anderen Seite. Das alles mache ich ehrenamtlich und nebenbei.

Sie sind ja Inhaber der Gaststätte „Zur guten Quelle“, die sich vor allem einen Namen gemacht hat für ihr Angebot an deftigen und regionalen Speisen. Was ist ihr Lieblingsgericht, und was empfehlen Sie Ihren Gästen besonders?
Eine Spezialität, die ich sowohl selbst gern esse als auch unseren Gästen empfehle, ist unser hausgemachtes Sauerfleisch, das wir nach einem alten Traditionsrezept herstellen. Ansonsten ist mein Geschmack eher saisonal geprägt, jetzt gönne ich mir öfter mal eine leckere Portion Wöbbeliner Spargel und im Winter dann Grünkohl.

Wollten Sie schon immer gern Wirt werden, oder was war Ihr Traumberuf als Kind?
Unsere Familie betreibt die Gaststätte bereits seit über 50 Jahren, ich bin also mit der Gastronomie aufgewachsen. Schon als Erstklässler habe ich in der „Guten Quelle“ ein kleines bisschen mitgeholfen. Später habe ich eine Berufsausbildung mit Abitur zum Kellner gemacht, ein Binnenhandel-Hochschulstudium absolviert und schon vor der Wende in Schwerin zwei Restaurants geleitet. Man kann im Prinzip sagen, mein Weg war vorgezeichnet (lacht). Interview: S. Krieg