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Vom Jugendwart zum Ortswehrführer

Interview mit Kai Kreibich in der Reihe "Köpfe aus Schwerin"
Kai Kreibich, Ortswehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Schwerin-Mitte, 43 Jahre alt Foto: privat
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Sehr geehrter Herr Kreibich, Sie sind seit März dieses Jahres Ortswehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Schwerin-Mitte. Wie lange engagieren Sie sich überhaupt schon bei der Feuerwehr, und wie sind Sie dazu gekommen?
Angefangen habe ich 1991 bei der Jugendfeuerwehr. Dazu gekommen bin ich durch meine Eltern, genauer gesagt durch meine Mutter, die auch bei Freiwilligen Feuerwehr Schwerin-Mitte war. Im Jahr 1997 bin ich aktives Mitglied geworden.

Und nun sind Sie sogar Ortswehrführer.
Ja, nachdem mein Vorgänger diese Funk­tion nicht mehr wahrnehmen konnte, haben mich mehrere Mitglieder gefragt, ob ich nicht Wehrführer werden möchte. Immerhin habe ich zuvor elf Jahre lang als Jugendwart gearbeitet. Ich habe mich der neuen Herausforderung gestellt, wurde von unseren Mitgliedern gewählt und dann von der Stadtvertretung ernannt.

Fahren Sie selbst auch noch zu Einsätzen, oder übernehmen Sie als Ortswehrführer eher organisatorische Aufgaben?
Beides. Ich fahre weiterhin mit raus, und die organisatorischen Aufgaben sind hinzugekommen. Alles nach wie vor ehrenamtlich.

Was war bisher das Aufregendste, was Sie als Feuerwehrmann erlebt haben?
Oh, das kann ich so gar nicht sagen, da gab es mehrere Sachen. Ich erinnere mich zum Beispiel an einen Großbrand bei Schöller in Sacktannen Anfang der 2000er Jahre, wo ich als junger Gruppenführer gleich das Sagen hatte. Und nur wenig später dann der große Barackenbrand in der Möwenburgstraße, der sich über zwei Tage hinzog. Oder das Feuer in der Fritz-Reuter-Straße, wo wir über zehn Stunden im Einsatz waren. Das sind so ein paar Beispiele aus den vergangenen Jahren, aber wie gesagt: Es ist schwierig, etwas herauszuheben.

Auch die Jüngsten mischen bei Ihnen schon mit, in der Bambini- und der Jugendfeuerwehr. Wie gelingt es generell, Nachwuchs für die Feuerwehr zu finden?
Im Nachwuchsbereich haben wir derzeit genug Mitglieder, wir versuchen die jungen Leute dann auch als Erwachsene bei uns zu halten, was leider nicht immer so klappt, unter anderem, weil sie für Ausbildung und Beruf wegziehen. Richtig schwierig ist es allerdings, Erwachsene zu motivieren, bei uns mitzumachen. Sie müssten ja auch eine Menge Zeit ans Bein binden.

Zeit ist ein gutes Stichwort: Wie verbringen Sie Ihre wahrscheinlich nur wenigen verbleibenden freien Stunden?
Das stimmt, so gern ich auch bei der Feuerwehr bin: Meine Zeit ist ziemlich knapp. Ich habe ja auch noch eine feste Arbeitsstelle bei einem Security-Unternehmen. Die Stunden, die mir dann noch bleiben, verbringe ich gern mit meiner Familie. Und ich nehme mir Zeit für meine Hobbys: Fahrradfahren und Schwimmen.Interview: S. Krieg