Stadt PR-Anzeige

Selbsthilfe für die „Guitarholiker“

Pingo Schlüter, geboren 1960, ist Singer/Songrocker,
like-imagelike-image
share email
dislike-imagedislike-image

Pingo, ich habe gehört, du seist „Anonymer Guitarholiker“, also süchtig nach Gitarren. Das geht?
Klar doch. Dass ich „Anonymer Guitarholiker“ bin, ist sicherlich so eine Art ironische Selbsteinschätzung. Ich kenne aber auch andere Leute, denen es so geht wie mir und habe bereits einen Song mit diesem Titel geschrieben, in dem ich mich über Leute wie uns lus­tig mache.

Jetzt musst du aber auch erläutern, wie sich „Guitarholismus“ äußert.
Zum Beispiel darin, dass man mehrere Gitarrenfachzeitschriften abonniert, dass man nur ganz schlecht an Gitarrenläden vorbeikommt und dass man regelmäßig bei Ebay reinschaut. So ungefähr sieht das Krankheitsbild aus. Eigentlich habe ich immer genau eine Gitarre zu wenig. Diese Wunderhölzer haben ein hohes Suchtpotenzial: ihr Look, ihr Klang und manchmal sogar ihr Duft.
Und du sagst, du bis nicht der Einzige in der Gegend, dem es so geht.
Ganz sicher nicht, in Schwerin und Umgebung kenne ich etliche! Sie lieben Musik und Gitarren und erfüllen sich jetzt vielleicht einen lang gehegten Jugendtraum, indem sie sich die eine oder andere schöne Klampfe leisten. Andererseits haben sie oft relativ wenig Zeit und Gelegenheit, ihre Schätze Gassi zu führen, in einer Band zu spielen – oder sie kennen nicht die richtigen Leute dafür.

Und du planst jetzt eine Art Selbsthilfegruppe für „Guitarholiker“?
Ja, so kann man das ausdrücken. Ein Anfang, wenn man aus der Sucht raus will, ist ja, dass man sich mit Gleichgesinnten trifft. Ich möchte dabei übrigens betonen, dass ich mich damit nicht über Menschen lustig mache, die wirklich ernsthafte Hilfestellungen benötigen oder sich dafür engagieren.

Ist doch klar. Wie soll denn dein erstes Gruppentreffen aussehen?
Am Anfang war das ja nur dieses Wortspiel, dann kam die Karikatur für das Shirt und dann der Song. Aber ich dachte immer, dass man mit dem Titel mehr anstellen könnte. Im letzten Sommer traf ich László Sólya, Gitarrenlehrer bei der Musik- und Kunstschule Ataraxia, und wir redeten wie jedes Mal über unser Lieblingsthema Gitarren. Als ich ihm dann von der Idee erzählte, meinte er gleich: Das machen wir zusammen! Auf unsere Ini­tiative hin lädt nun die Ataraxia am 6. September zum Gründungstreffen der „Anonymen Guitarholiker Schwerin“ ein. Es beginnt um 16.30 Uhr mit einem Guitar-Talk, zu dem jeder seine Wunderhölzer mitbringen kann, die Gitarren sollen dann auch ausgestellt werden. Wir sind für den Talk außerdem im Kontakt mit Gitarrenbauern und -händlern. Um 19.30 Uhr folgt ein Konzert, in dem wir die Vielfalt der Gitarrentypen und -stilistiken zeigen und ab 21 Uhr eine Jam-Session inklusive Party. Das Wichtigste dabei ist, dass wir möglichst viele Leute zusammenkriegen und uns gegenseitig überraschen. Vielleicht entstehen dabei neue Projekte, oder es wird sogar eine Band gegründet.

Muss man sich für das Gruppentreffen anmelden?
Nein, wer Lust hat, kommt einfach zu uns. Auch nicht Nicht-„Guitarholiker“ sind willkommen und werden sicher Spaß haben, wenn wir uns selbst auf die Schippe nehmen. Und wer eigene Ideen für das Treffen hat – immer her damit. Interessenten können sich sehr gern unter pingo@pingosongs.de bei mir melden.Interview: Stefan Krieg