Stadt PR-Anzeige

Seit zwanzig Jahren ein Schweriner

Interview mit Antonio Lecce in der Reihe "Köpfe aus Schwerin"
Antonio Lecce
like-imagelike-image
share email
dislike-imagedislike-image

Antonio, wie lange lebst du schon in Schwerin, und was hat dich hier her geführt?
Seit 20 Jahren lebe ich nun in Schwerin. Damals bin ich hergekommen, um im Restaurant „Michelangelo“, das es lange nicht mehr gibt, Köche auszubilden, ihnen beizubringen, wie italienische Gerichte zubereitet werden. Eigentlich wollte ich nur drei Monate bleiben, aber jetzt bin ich immer noch hier.

Du hast dann ja auch dein eigenes Restaurant eröffnet.
Ja, habe ich gemacht. Das und viele weitere Sachen, zum Beispiel für andere Personal besorgt. Jetzt arbeite ich nur noch für mich.

Du stammst aus dem sonnigen Apulien. Was gefällt dir hier in Norddeutschland besser als in Süd-Italien und was besser dort unten?
Die Sonne fehlt mir hier, auch der Strand und die salzige Luft. Ich vermisse den Duft des Meeres, der Früchte und der Kräuter. Die frischen Lebensmittel direkt aus dem Garten hinterm Haus auch.
Dafür ist hier in Mecklenburg die Natur viel schöner – tausende Hektar Wald gleich um die Ecke, so etwas gibt es bei uns nicht, dafür muss man viel weiter fahren. Einiges ist hier auch besser organisiert als in meiner Heimat, zum Beispiel kriegt man schneller Termine beim Arzt und bei Behörden.
Inzwischen fühle ich mich in Norddeutschland genauso zu Hause wie in Süd-Italien. Ich komme mit den Leuten hier sehr gut klar und wurde von ihnen gleich gut angenommen.

Wie verbringst du das Weihnachtsfest?
Am 24. Dezember essen wir gemeinsam mit der Familie zu Abend. Geschenke gibt es bei uns erst am 25. Dezember. An diesem und dem folgenden Tag wird groß gefeiert; wir sitzen ab Mittag mit der ganzen Familie zusammen am Tisch und gehen höchstens mal kurz raus, um am Strand zu spazieren. Am 6. Januar, dem Tag der Heiligen drei Könige, feiern wir Epifania. Da gibt es auch noch mal kleine Geschenke, so ähnlich wie in Deutschland am 6. Dezember. Nur bringt diese nicht der Nikolaus, sondern die gute Hexe Befana.

Was ist dein Lieblings-Schokoladenrezept zu Weihnachten?
Wir haben hier bei „Dolci Note“ gerade die Alexandrinentorte entwickelt. Die Füllung besteht aus Orange, Sanddorn und Pistazie – das Ganze auf einem Biskuitboden mit Schokolade, ge­rös­te­ten Kakaobohnen und Walnüssen. Überzogen ist die Torte mit Bitterschokolade. Man kann sie übrigens außerhalb des Kühlschranks aufbewahren, sie hält sich mindestens drei Wochen.

Bei „Opens external link in new windowDolci Note“ hast du täglich mit süßen Leckereien zu tun. Da bekommst du bestimmt Appetit auf etwas Herzhaftes. Was isst du denn da am liebsten?
Ich liebe besonders Fisch und Gemüse, und ich muss, damit ich mich wohlfühle, jeden Tag ein Stück Käse und viel Obst essen, zurzeit am liebsten Sharon- und Khaki-Früchte sowie Birnen.

Was kommt bei euch in Italien eigentlich zu Weihnachten auf den Tisch?

Ich würde sagen, etwa 80 Prozent des Festessens besteht aus Fisch und Meeresfrüchten. Außerdem gibt es verschiedene Nüsse und viel Süßes. Einiges ist ähnlich wie hier; die Lebkuchen sind sogar die gleichen, und wir haben eine Art leichten Stollen. Interview: S. Krieg