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Ganz großes Ziel Olympia-Gold

Interview mit Hannes Ocik in der Reihe "Köpfe aus Schwerin"
Hannes Ocik, 24 Jahre alt, Ruderer im Deutschland-Achter, Polizeimeisteranwärter Foto: Martin Steffen
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Du lebst in Rostock, startest aber für die Schweriner Rudergesellschaft. Wie oft bist du denn überhaupt noch in unserer Stadt?
Leider ziemlich selten. Ich bin durch den Leistungssport eben sehr eingebunden, und zurzeit halte ich mich nicht mal in Rostock auf, sondern wir trainieren am Bundesstützpunkt in Dortmund. Aber meine Familie wohnt ja noch in Schwerin. Wenn es geht, besuche ich sie dort. Das letzte Mal habe ich es allerdings zu Weihnachten geschafft. Aber nach Olympia habe ich wieder ein bisschen mehr Zeit, wenn ich dann nach Schwerin komme, schaue ich auch mal wieder bei der Rudergesellschaft vorbei.

Am vergangenen Wochenende seid ihr die Europameisterschaften gefahren, nächstes großes Ziel ist Olympia in Rio de Janeiro, oder steht vorher noch was an?
Ja, zwei Weltcups: erst in Luzern und dann in Poznan.

Was habt ihr euch dafür vorgenommen?
Anspruch des Opens external link in new windowDeutschland-Achters ist es immer, ganz vorn mitzufahren.

Aber dann kommt der Höhepunkt Olympia.
Genau. Am 13. August findet das Achter-Finale statt – und das wollen wir gewinnen. Das ist unser ganz großes Ziel.

Wer sind eure härtesten Widersacher beim Kampf um Gold, nach wie vor die Briten?
Ja, Großbritannien, ist immer unser größter Konkurrent. Aber auch Neuseeland, eine große Ruder-Nation, ist nicht zu unterschätzen. Insgesamt kommen wohl vier Nationen für den Titel in Frage, denn Holland wird ebenfalls ein Wörtchen mitreden.

Wie bereitet ihr euch auf die Olympischen Spiele vor?
Die Vorbereitung hat ja bereits im vergangenen Herbst begonnen. Über den Winter waren wir viermal im Trainingslager. So sind wir jetzt alle bereits in einem ziemlich fitten Zustand. Bis Rio folgen aber nochmal zwei Trainingslager, die insgesamt etwa fünf Wochen lang sein werden. Zu den Vorbereitungsmaßnahmen zählt auch, dass wir schon lange gemeinsam in Dortmund trainieren. Und dann werden wir ziemlich früh nach Brasilien reisen, damit wir genug Zeit haben, uns zu akklimatisieren.

Ein kleiner Blick zurück: Wie bist zum Rudern gekommen, und hast du vorher andere Sportarten ausprobiert?
Ja, ich war vorher beim Schweriner SC als Leichtathlet und war auch mal Judoka. Ich bin dann zum Triathlon-Verein Trisport Schwerin gewechselt. Und da habe ich einen ehemaligen Ruderer kennen gelernt; der hat gesagt: Junge, du bist mit deinen 13 Jahren schon so groß und kräftig, du hast genau die richtige Statur fürs Rudern, probier‘s doch einfach mal damit! Das habe ich gemacht – und bin dabei geblieben.

Interessierst du dich auch für andere Sportarten?
Auf jeden Fall. Vor allem verfolge ich, was die Sportler aus unserem Land so machen. Ich denke da zum Beispiel an Martina Strutz und Stefan Nimke, die so wie ich Mitglied der Sportfördergruppe der Landespolizei sind. Und ich bin Fan der Handballer von Empor Rostock.

Wie schaffst du es eigentlich noch, dich zum Polizisten ausbilden zu lassen? Du bist ja Polizeimeisteranwärter.
Na ja, jetzt ruht die Ausbildung erstmal, aber nach Olympia mache ich sie dann zu Ende.

Interview: Stefan Krieg