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Tierisch gut spazieren gehen im Schweriner Zoo

Trotz Corona ist wieder ein Bummel möglich, aber mit ein paar Einschränkungen
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Fast fünf Wochen musste der Zoo Schwerin wegen der Corona-Pandemie schließen, aber nun ist er wieder für die Besucher geöffnet – wenn auch unter den nötigen Hy­giene- und Abstandsauflagen. Vor dem Haupteingang wurde teils abgesperrt, um den Gäs­ten genug Raum und Abstand zu bieten.

Der interne Zooalltag lief aber auch während der Schließungsphase weiter. Neben der Sicherstellung der Versorgung der Tiere galt es aber auch, die Mitarbeiter zu schützen. Ein Pandemieplan wurde erarbeitet, die Belegschaft räumlich geteilt und in Schichten eingeteilt. Der Tierpfleger Daniel Heese sagt: „Wir mussten uns für die besucherfreie Zeit etwas einfallen lassen. Ich habe die Zeit genutzt und die nach den Winter­monaten etwas trockene Haut unseres Nashornbullen Kimba ausgiebig mit Babyöl gepflegt. Das stärkt auch die Bindung und das Vertrauen zwischen Tier und Pfleger.“

Neben der Öffnung stehen jetzt weitere Lockerungen an. Die Gastronomie, der Zooladen und die Tierhäuser dürfen Schritt für Schritt wieder öffnen. Schaufütterungen finden aber vorerst nicht statt.
Was Zoodirektor Dr. Tim Schikora dazu sagt, lesen Sie im untenstehenden Interview.


„Noch mehr Fans als zuvor“

Wegen der Corona-Pandemie mussten Sie den Zoo einige Wochen für Besucher schließen. Wie hat sich das auf die Tiere ausgewirkt?
Die Reaktion der Tiere ist je nach Art sehr unterschiedlich ausgefallen. Überwiegend fehlte den Tieren die Unterhaltung in Form von buntgekleideten herumschlendernden oder -rennenden Zoobesuchern – im Grunde so, als wäre der Fernseher weg.
Hier mussten die Tierpfleger vermehrt für Beschäftigung sorgen. Es gab auch Tiere, die die Ruhe sichtlich genossen haben. Beispielsweise haben die Flamingos nun auch Bereiche der Wassergräben genutzt, die sie sonst meiden.

Wie wurde und wird die Spendenaktion #zoolidarität angenommen, und haben sich viele Zoofreunde in den sozialen Medien die „Zoolebnisse für zu Hause“ angeschaut?
Wir haben sehr viel positive Reaktionen auf unsere offensive Öffentlichkeitsarbeit bekommen. Insbesondere die täglichen Videos waren äußerst beliebt, und wir haben nun noch mehr Fans in den sozialen Medien als zuvor.
Das Spendenaufkommen ist sensationell, und wir freuen uns extrem über diese Unterstützung und den damit verbundenen Zuspruch. Herzlichen Dank allen, die uns unterstützt haben und weiter unterstützen. Denn leider ist der Zoo trotz Öffnung finanziell noch nicht über den Berg.

Mussten Sie wegen fehlender Einnahmen vorgesehene Umbau­maß­nahmen zurückstellen?
Die Situation mit den laufenden Baustellen und sonstigen Investi­tionen wirkt etwas paradox und gestaltet sich sehr komplex. Die Baustellen laufen weiter, und die ausführenden Firmen kommen sehr gut voran. Wir sind hier im Plan. Den größten Teil der Kosten tragen das Land und die EU.
Wir müssen jedoch vorfinanzieren und bekommen dann in Etappen das Geld zurück. Wir können also hier nicht stoppen. Auf diesem Weg ist das Vorankommen aber zunächst gesichert, und auch die ausführenden Firmen bekommen pünktlich ihr Geld. Für uns ist die Fertigstellung der Baustellen extrem wichtig, denn diese Projekte sollen die Grundlage für erfolgreiche Folgejahre sein.

Wie sehen Ihre Pläne mit dem Zoo für die kommenden Monate und Jahre aus?
Die Pläne für die kommenden Jahre haben sich nicht geändert. Die ausstehenden Projekte sind wesentliche Bausteine und teils längst überfällige Entwicklungsschritte für einen modernen und zeitgemäßen Zoo. Sie können uns sogar bei solchen oder ähnlichen Krisen von Nutzen sein.
Der anstehende Umbau des Kassengebäudes zum Beispiel geht einher mit einer Änderung der Besucherführung, einer besseren Einlasstechnik und einem modernen Ticketverkaufssystem. Dazu gehört auch ein Onlineticketing. Alles Dinge, die uns schon jetzt bei der Erfüllung der Auflagen zur Eindämmung der Pandemie sehr hilfreich gewesen wären.
In den kommenden Monaten müssen wir genauso wie andere Unternehmen auf wechselnde Rahmenbedingungen einstellen und hoffen, dass es keinen zweite Corona-Welle oder andere Ereignisse gibt. Interview: S. Krieg