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Mit Mutter Erde arbeiten

Editorial zur September-Ausgabe
Foto: Anett-Christin Hanell
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Liebe Leserinnen und Leser,

als Präsident des Bauernverbandes in Mecklenburg-Vorpommern sage ich es ganz unverblümt: Die Ernte hätte dieses Jahr besser ausfallen dürfen. Manch ein Landwirt wird von Existenzängs­ten geplagt. Wir befinden uns in der schärfsten Krise seit der Wiedervereinigung. Doch unsere Landwirtschaft ist heute so produktiv und effizient, dass niemand im Land hungern muss – auch nicht, wenn die Kälte einbricht oder Dürre herrscht.

Was für den Verbraucher ein Segen ist, gibt dem einen oder anderen Bauern gerade zum Erntedankfest das Gefühl, mit seinen Problemen alleine zu sein. Doch in der Krise gibt es auch immer wieder die Erfahrung, dass Menschen, Nachbarn, Freunde und Verbraucher Anteil nehmen. Sie wollen die Landwirtschaft verstehen, die so komplex geworden ist. Sie suchen den Dialog. Und viele besinnen sich in dieser Zeit darauf, dass unser reich gedeckter Tisch mit einem Blick auf die weite Welt keine Selbstverständlichkeit ist.
Landwirte haben das Privileg, mit Mutter Erde arbeiten zu dürfen.

Das nehme ich im christlichen Sinne als ein Geschenk an. Tagtäglich dürfen wir die Schöpfung bewundern und Jahr für Jahr staunen, welche Kraft in ihr liegt. Dass Nachhaltigkeit die Grundlage all unseres Schaffens ist, beweisen Bauern und Bäuerinnen weltweit seit 10.000 Jahren. Und auch, wenn manch einer von uns Bauern in diesem Jahr vielleicht etwas nachdenklicher ist, werden wir das Erntedankfest in Brüsewitz mit Vergnügen feiern. Wir bedanken uns bei den ehrenamtlichen Helfern und Vereinen, der Gemeinde und allen, die das Landeserntedankfest unterstützen, dass sie diesen Tag, der uns Landwirten so viel bedeutet, möglich machen.

Ihr
Detlef Kurreck, Präsident des Bauernverbandes MV