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„Mag dieses Gefühl von Freiheit“

Die Seglerin Sofie Schöne kommt viel rum in der Welt – von Auckland bis Rio de Janeiro
Die 17-Jährige Schülerin Sofie mag das Wasser. Foto: S. Krieg
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„Ich mag dieses Gefühl von Freiheit auf dem Wasser“, sagt Sofie Schöne. Darum liebe sie das Segeln. „Man meint, hinfahren zu können, wo man möchte, wenn man selbst das Boot steuert und Herr der Lage ist.“ Schon als Fünfjährige glitt sie zum ersten Mal mit einem Segelboot über das Wasser des Schweriner Sees. Das ist aber doch ganz schön früh, oder? „Kein Problem“, sagt Sofie lächelnd, „sobald man schwimmen kann, kann man auch segeln.“
Wind und Wellen sei sie sowieso von klein auf gewohnt. Ihre Mutter habe schon damals ein Holzboot besessen, und wenn man so will, sei sie auf dem Wasser aufgewachsen. Regelmäßig schipperte die Familie über den Schweriner See, oft nach Kaninchenwerder. Sofies ers­tes Vorbild sei jedoch ihre drei Jahre ältere Schwester Sarah gewesen, die zu diesem Zeitpunkt bereits sportlich segelte.

Sofie ist Mitglied des Schweriner Segler-Vereins von 1894, trainiert aber beim Schweriner Yachtclub – und das seit vier Jahren im 420er, einer Zweimann-Bootsklasse für Jugendliche. Mit ihrer Partnerin Line Thielemann ist Sofie schon lange befreundet. Im Jahr 2009, lernten sie sich bei einem Trainingslager kennen. „Wir haben gleich gesagt, dass wir mal zusammen im 420er segeln möchten. Keiner hat geglaubt, dass das wirklich so kommt, aber wir haben unseren Plan irgendwann tatsächlich umgesetzt“, sagt sie.
Während Line als Vorschoterin am sogenannten Trapez steht und vor allem dafür sorgt, dass das Boot gerade bleibt, bedient Sofie als Steuerfrau das Großsegel und das Ruder. Dazu müsse man nicht besonders kräftig sein, betont die 1,54 Meter große Schwerinerin. Generell sei Segeln „eine schöne Mischung aus körperlicher Betätigung und Köpfchen“. Und manchmal, sagt sie, erinnere es sogar ein wenig an Schach, weil Segeln zum großen Teil ein Denksport sei. Schließlich gelte es bei einer Regatta unter anderem, den Wind auf die richtige Art zu nutzen und sich geschickt am Start zu positionieren. Wer technisch gesehen segeln könne, habe bei einem Wettkampf keine Chance, wenn er die entsprechenden Kniffe nicht kenne und es ihm an Cleverness mangele.

Die 17-Jährige jedenfalls hat schon so einiges erreicht im Segelboot. Bei der Jugendweltmeisterschaft im vergangenen Jahr im neuseeländischen Auckland erkämpften sich Schöne/Thielemann ebenso den siebenten Platz wie bei der Weltmeisterschaft 2016 in San Remo. Auch bei der EM im Juli in Athen möchten die beiden wieder unter die Top Ten kommen.
Sogar bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro mischte Sofie bereits mit – dies aber nicht als Aktive, sondern als Jugendbotschafterin für den Landessportbund. In den zwei Wochen besuchte sie zusammen mit etwa 50 weiteren jungen deutschen Sportlern das Deutsche Haus, nahm an Diskussionsrunden teil und schaute sich diverse Wettkämpfe an: Basketball, Judo, Turnen, Tischtennis – und Segeln natürlich. Auf einer Facebook-Seite berichtete sie während der Spiele über ihre Erlebnisse.

Beruflich soll es für die Schwerinerin in eine ganz andere Richtung gehen. „Eigentlich wollte ich Medizin studieren“, sagt sie. Jetzt aber peile sie eher eine Karriere beim Bundeskriminalamt an. Als allererstes gilt es für sie aber, das Abitur abzulegen; zurzeit besucht sie im Fridericianum die elfte Klasse.
Als Ausgleich zum Büffeln und Segeln ist Sofie manchmal auch zügig zu Fuß unterwegs. Als Mitglied der Laufgruppe Schwerin nimmt sie an den Rennen des Laufcups MV teil. „Und der Fünf-Seen-Lauf ist immer Pflicht für unsere ganze Familie“, fügt sie hinzu. Dieses Jahr will sie erneut die 15 Kilometer-Strecke absolvieren. Lieber als an Land bewegt sie sich jedoch auf dem Wasser voran. „Wenn ordentlich Wind ist, fährt man richtig schnell, das macht dann großen Spaß“, schwärmt Sofie. S. Krieg