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„Dann macht mich das glücklich“

Torsten Zelck ist gelernter Maurer und arbeitet jetzt beim Sanitätshaus Kowsky
Torsten Zelck berät Patienten und hilft ihnen, wieder mobil zu werden. Foto: S. Krieg
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„Ich habe alles mit Bedacht und mit Freude getan, keine Entscheidung bereut“, zieht Tors­ten Zelck ein kleines Zwischenfazit seines Berufslebens. Aber mit dem derzeitigen Abschnitt ist er besonders zufrieden. Seit zehn Jahren arbeitet der 41-Jährige beim Sanitätshaus Kowsky. Und was macht er da? Er schmunzelt: „Tja, was soll ich sagen, mein Job ist so vielseitig. Ich bin Reha-Techniker, Medizinprodukte-Berater und Wohnraumberater.“

Aber dass er mal in dieser Branche landen würde, hätte er nicht gedacht, als er nach der Schule mit der Lehre begann. In seiner Heimatstadt lernte der gebürtige Schweriner das Maurerhandwerk. Aber dann auch in dem Beruf arbeiten – das wollte Zelck nicht. „Ich habe direkt nach der Ausbildung meinen Gesellenbrief genommen und gesagt, ich habe keine Lust mehr auf Mörteldesigner, wie ich es immer scherzhaft ausdrücke“, blickt er zurück.

Im Bauhandwerk blieb er trotzdem. Es folgten Tätigkeiten als Dachdecker, Trockenbauer und, bevor es zur Bundeswehr ging, ein Job in der Elektrofirma seines älteren Bruders. Alles recht kurze Episoden. Nach dem Wehrdienst wechselte er die Branche und arbeitete sieben Jahre lang als Gebäudereiniger.
Anschließend zog es Torsten Zelck wieder zu seinen beruflichen Wurzeln: In Österreich baute er die Villa eines britischen Millionärs um. An die vier Wintermonate in einer schönen Gegend nahe Ischgl erinnert er sich noch gern. „Ein sehr entspanntes Arbeiten war es, ganz anders als in Deutschland auf dem Bau“, sagt er. Zurück in der Heimat schloss er sich einem Rostocker Messebau-Unternehmen an. Als die Firma einen Auftrag in Norwegen übernahm, war der Schweriner mit dabei. Auch diese Auslandserfahrung möchte er nicht missen.

Im Mai 2009, Zelck war gerade wieder zu Hause im Urlaub, dann das Telefonat, das alles ändern sollte. Er erinnert sich: „Gerd Sommer vom Sanitätshaus Kowsky rief bei mir an – ich kannte ihn, weil seine und meine Frau Kollegen waren – und sagte: Torsten, du hast ein Vorstellungsgespräch bei Kowsky. Dabei hatte ich mich gar nicht dort beworben.“ Überhaupt habe er sich nie irgendwo bewerben müssen, erwähnt er in diesem Zusammenhang. Jedenfalls ging er hin. Ihm gefiel, was man ihm anbot: In der Werkstatt jobben. So könne er gut die Bau-Sommerpause überbrücken, dachte er sich. Schnell kristallisierte sich jedoch heraus, dass die Anstellung in dem Sanitätshaus mehr als nur ein kleiner Nebenjob sein sollte.

Zunächst blieb er in der Werkstatt und lieferte Produkte an Kunden. Das tat er sehr gern, ohne Frage. Aber er wollte sich weiterentwickeln, besuchte einen Lehrgang zum Medizinprodukte-Berater, lernte aber auch viel von den Kollegen. „Besonders Gerd Sommer war so etwas wie ein Mentor für mich“, sagt Zelck.
Er schwärmt von seiner Arbeit: „Es bereitet mir so viel Spaß, anderen Menschen zu helfen. Wir versuchen, unsere Kunden so zu versorgen, dass sie eigenständig am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Wenn sich die Menschen dann freuen, wenn sie dankbar sind, dass sie mittels Rollstuhl, Scooter oder Rollator zum Beispiel wieder allein einkaufen und sich von A nach B bewegen können, ohne immer jemanden um Unterstützung bitten zu müssen, dann macht mich das glücklich.“

Er hat auch ein konkretes Beispiel parat: „Einem jungen Mann, der sich seit einem schweren Autounfall im Wachkoma befindet, habe ich einen High-End-Rollstuhl besorgt, der ihm viel Komfort bietet und dank dem er auch stehen kann. Er kommuniziert mit mir nur über seine Augen. Und die sagen mir, dass es ihn mit großem Glück erfüllt, über so ein Hilfsmittel zu verfügen. So etwas gehört zu den schönsten Momenten in meinem  Berufsleben.“

Derzeit ist Zelcks Hauptfeld die Geriatrie, er verhilft also vor allem Senioren zu mehr Mobilität. Künftig wird er sich zudem verstärkt um die jüngsten Patienten kümmern, weswegen er im Frühling eine Ausbildung zum Reha-Kind-Fachberater absolviert.

In der Werkstatt arbeitet Torsten Zelck aber auch weiterhin, und in seiner Freizeit ist der Vater zweier Töchter (15 und 17 Jahre) ebenfalls sehr oft Handwerker. „Meine Frau Simona Katja Zelck betreibt in Holthusen einen Reiterhof und arbeitet als Reittherapeutin. Im Stall gibt es immer eine Menge zu tun“, sagt er. Und einen Kleingarten haben sich die Zelcks in Schwerin zugelegt. „Wir haben zwar an unserem Haus in Pampow ein Grundstück, aber der Boden dort ist für den Gartenbau kaum geeignet“, sagt er. Beruflich im ganzen Land unterwegs, dann noch pendeln zwischen Haus, Reiterhof und Garten – auch dies macht Torsten Zelck mit viel Freude. S. Krieg