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15.02.19

Von der Ankunft in der Fremde

Ausstellung im Schleswig-Holstein-Haus zeigt Schicksale von Kindern zwischen 1945 und 1952

Zu Besuch in der neuen Ausstellung im Schleswig-Holstein-Haus. Sie thematisiert die Nachkriegszeit am Beispiel der Flüchtlingskinder. Foto: Rainer Cordes

Rund 14 Millionen Deutsche verloren nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Heimat. Sie mussten flüchten, wurden vertrieben, entwurzelt. Was bedeutete das für die Kleinsten? Von den knapp eine Million Menschen, die nach 1945 in Meck­lenburg aufgenommen wurden, waren ein Drittel Kinder. Viele von ihnen wuchsen mit einem Trauma auf, welches das ganze Leben – und oft auch das der eigenen Kinder und Enkel – prägte.

Dem Schicksal dieser Kinder widmet sich eine neue Ausstellung im Schweriner Schleswig-Holstein-Haus. „Geflüchtet, vertrieben, entwurzelt. Kindheiten in Mecklenburg 1945 bis 1952“ lautet der Titel der Schau, die sich mit Zeitzeugenberichten, Gegenständen, Fotos und zahlreichen Schautafeln diesem so prägenden Abschnitt der Geschichte nähert. Zahlreiche Menschen haben mit Erinnerungsstücken aus ihrem Besitz dazu beigetragen, das Thema anschaulich zu vermitteln und gezeigt, wie sehr es ihnen am Herzen liegt.
Kindheiten in Nachkriegsdeutschland waren vor allem für Flüchtlingskinder hart.

Vielen von ihnen fehlte es am Nötigsten, an Schuhen für den Winter, einer warmen Jacke oder einfach nur dem Schulbrot. Nicht wenige hatten die Eltern verloren. Gab es keine Angehörigen, blieb nur der Weg ins Kinderheim, die meisten Heime waren völlig überlastet und es herrschten schreckliche Zustände.
Manchmal gab es aber auch ein gutes Ende: Die Geschwister Annelore und Klaus-Dieter Backschies wurden während der Flucht von ihrer Mutter getrennt und erst Jahre später über den Kindersuchdienst wieder mit ihren Eltern vereint. Ihre Geschichte ist nur  eine von vielen, die in der Ausstellung exemplarisch für ein Stück Zeitgeschichte stehen.

Die Präsentation ist ein gemeinsames Projekt der Opens external link in new windowStiftung Mecklenburg und der Landeszentrale für politische Bildung und noch bis zum 29. Juni im Schleswig-Holstein-Haus zu sehen. Geöffnet ist sie dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr. Schüler haben freien Eintritt. Führungen, Lesungen und Bildreferate für Schülergruppen ab Klasse 9 sind auf Anfrage unter der Telefonnummer 0385/77883820 möglich.




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