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16.11.18

„Sein Menschenbild verankern“

Seit Oktober dieses Jahres leitet Carsten Lange die Schweriner Bahnhofsmission

Carsten Lange (50) am Eingang zur Bahnhofsmission Schwerin Foto: S. Krieg

„Die Bahnhofsmission ist Anlaufstelle für alle Menschen, egal, wo sie herkommen, welchen Hintergrund sie haben“, sagt Cars­ten Lange. Denn Bahnhofsmission sei „gelebte Kirche am Bahnhof“. In dieser Tradition möchte er auch die Mission am Schweriner Hauptbahnhof weiterführen – vielleicht mit neuen Akzenten und neuen Angeboten.
Seit Oktober dieses Jahres leitet der gebürtige Berliner die Einrichtung. Sein erster Schritt sei es gewesen, deren Vielfalt kennen zu lernen und vor allem auch die Menschen, die dort ehrenamtlich arbeiten. Obwohl Lange schon fast sein ganzes Leben in der evangelischen Kirche engagiert ist, habe er sich mit Bahnhofsmissionen zuvor noch nicht so im Detail beschäftigt.

„Ich bin in der kirchlichen Jugendarbeit groß geworden, war unter anderem bei der evangelischen Jungenschaft, den christlichen Pfadfindern“, sagt er.
Beruflich ging er zunächst einen ganz anderen Weg: In seinem Heimatbezirk Wedding lernte er Bankkaufmann und arbeitete anschließend auch ein Jahr lang in diesem Metier. So hundertprozentig habe ihn der Job aber nicht erfüllt. „Ich wusste, da muss es noch etwas anderes geben“, erinnert er sich. Freunde halfen ihm, den für ihn richtigen Weg zu finden: Er studierte von 1989 bis 1993 an der Evangelischen Hochschule Berlin Sozial­arbeit und Sozialpädagogik. „Nach dem Studium schloss sich für mich der Kreis“, sagt Lange schmunzelnd, „denn da bin ich bei einer Berliner Schuldnerberatungsstelle gelandet. Das Tätigkeitsfeld setzt enorme kaufmännische Kenntnisse voraus. Und so habe ich meinen beiden Berufe miteinander verbunden.“

Fünf Jahre später, die Finanzierung der Schuldnerberatung stand auf wackligen Füßen, ging er dann erneut auf die Suche nach beruflichen Alternativen. Vor allem habe er etwas Eigenes aufbauen wollen. Er fand eine Arbeit, die seinen Präferenzen entgegen kam: Menschen unterstützen, die sich in einer schwierigen Lage befinden. Er begann, als gerichtlich bestellter Betreuer zu arbeiten (früher nannte man das Vormund).
Er kümmerte sich um Frauen und Männer, die ihre Angelegenheiten aus unterschiedlichen Gründen nicht selbst in die Hand nehmen konnten und die auch keine Hilfe von Angehörigen bekamen. Da gab es für ihn viel zu regeln – von Einkommen über Wohnunterkunft bis Gesundheitsvorsorge. Zu tun hatte er es vor allem mit psychisch Kranken, die teils auch unter einer Sucht litten. „Zu 80 Prozent war das anstrengende Schreibtischarbeit“, fügt er hinzu. Alles in allem eine nicht immer leichte Aufgabe. „Man muss schon sein Menschenbild entsprechend verankert haben, dass man weiß: Ja, es gibt kranke Menschen, die Hilfe dieser Art benötigen, und die können wir nicht allein lassen. Dann hat man, so wie ich, auch Freude an dieser Arbeit“, erläutert er.

Für die Nächsten da sein, das war stets Leitfaden für ihn. So leitete er zum Beispiel als Lektor ehrenamtlich Gottesdienste in seinem damaligen Heimatort Basdorf (nahe Wandlitz), wo er ab 2000 wohnte, engagierte sich 2016 und 2017 im Kirchenkreis Barnim als Beauftragter für die Arbeit mit Geflüchteten, und er war Vorsitzender des Gemeindekirchenrats.

Nach der Beendigung dieser Ämter bringe er sein Wissen und seine Fähigkeiten nun mit zur Bahnhofsmission. Aber was zog ihn in unsere Stadt? Seine Frau stammt aus der Nähe von Wittenburg und wollte in ihre alte Heimatgegend zurück. „Also habe ich nach rund 20 Jahren als gerichtlich bestellter Betreuer meine Fühler nach einer neuen Tätigkeit ausgestreckt“, sagt der Vater zweier erwachsener Töchter. „Dabei bin ich auch auf die Sozial-Diakonische Arbeit der Evangelischen Jugend Schwerin gestoßen, die die Stelle als Leiter der Bahnhofsmis­sion ausgeschrieben hatte.“

Durch viele Besuche in den vergangenen beiden Jahrzehnten kenne er unsere Stadt bereits recht gut. Die Vorzüge Schwerins kann er nun viel öfter genießen. Wenn er mit seiner Frau und seinem Welsh Terrier an den See-Ufern spazieren geht, begegnen ihm auch immer wieder Menschen ganz unterschiedlicher Art. Gern kommt er mit ihnen ins Gespräch. Und vielleicht kann er so auch den einen oder anderen für die ehrenamtliche Arbeit bei der Bahnhofsmission begeistern. S. Krieg




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